Südafrika: Streik beendet

Amplat StreikEs war der größte Aufstand in Südafrika seit dem Ende der Apartheid: 80.000 Arbeiter des weltweit größten Platinum-Produzenten befanden sich mehrere Monate in einem wilden Streik gegen die schlechten Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne; zehntausende folgten ihrem Aufbegehren gegen die Herrschaft des Kapitals. Ca. 50 Menschen wurden dabei von der Polizei erschossen, Hunderte festgenommen, Tausende zeitweise entlassen.
Nach erneuten Verhandlungen von Arbeitervertretern mit der Konzernspitze geben sich die Arbeiter offenbar nun vorerst friedfertig und erklären sich bereit, wieder an die Arbeit zu gehen. Zuletzt mussten die Manager den Arbeitern entgegenkommen und höhere Zahlungen sowie die Rücknahme der Entlassungen zugestehen. Dennoch werden sie nicht müde, zu betonen, dass der Streik illegal war. Was den Konzern an den Verhandlungstisch zwang war auch nicht die Menschlichkeit sondern die schlechten Wirtschaftszahlen, die Kapitalanleger mehr und mehr verschreckten. Zwar werden die Verluste, die der Konzern in diesem Jahr auf 20 Prozent betitelt auch auf die Rohstoffpreise geschoben, dennoch ist allen Beteiligten klar, dass die Entschlossenheit der Arbeiter die Konzernspitze in die Knie zwang.

Auf der Website von Anglo American Platinum, die in erster Linie natürlich an die Kapitalanleger gerichtet ist, gibt es ein Schlusswort zu den Auseinandersetzung:

Wir sind sehr froh, unsere Angestellten wieder bei der Arbeit begrüßen zu dürfen und werden zügig daran arbeiten, dass die Arbeit und sichere Produktion so schnell als möglich beginnen. Wir würdigen die Mitwirkung und Unterstützung all unserer Mitstreiter, die unermüdlich mit uns daran gearbeitet haben, dass unsere Angestellten wieder an die Arbeit gehen können. Wir sind bestürzt darüber, dass zwei (!) unserer Kollegen nicht mehr da sind, um diesen Tag mit uns zu begehen. Wir wissen, dass wir ebenso Zeit investieren müssen, um unsere Beziehung zu den Angestellten wieder aufzubauen als auch um ein tragfähiges Unternehmen für alle Beteiligten zu schaffen.

Die Auseinandersetzung ist für die Minenarbeiter selbst eine Frage des Überlebens und somit auch niemals zu Ende. So lange die Menschen in Afrika für den westlichen Wohlstand arbeiten und leiden, kann es keine Gerechtigkeit geben. Auch dürften die 50 Toten und die zahlreichen Verletzten nicht vergessen sein.

#14n Zusammenfassung

N14 GeneralstreikEine Zusammenfassung der Ereignisse um den europäischen Generalstreik am 14. November gibt es jetzt von der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft FAU auf Indymedia. Weitere Auswertungen werden hier dokumentiert. Diese Seite wird am Thema bleiben und weiter dafür eintreten, dass das Wort „Streik“ wieder für den Mut der Menschen steht, sich gegen Unterdrückung und Ausbeutung einzusetzen.

http://de.indymedia.org/2012/11/337994.shtml

Europäischer Generalstreik schlägt zu

Generalstreik N14Nachdem gestern in ganz Europa Menschenmassen auf die Straße gegangen sind, überschlagen sich noch immer die Berichte in den Medien. Das deutsche Staatsfernsehen spricht von friedlichen Streiks im krisengebeutelten Südeuropa, die von Randalierern mißbraucht wurden, die internationale Presse von einem europäischen Massenstreik und alternative Medien bieten nicht überschaubare Mengen an Bildern und Berichten.
Unzweifelhaft ist, dass sich in Portugal, Spanien und Italien die Wut auf die Regierungen in Form eines entschlossenen Generalstreiks entladen hat und die Polizei mit harten Mitteln zurückgeschlagen hat. Ganze Sektoren wurden teilweise mit Gewalt von Arbeiter_innen und Aktivist_inne stillgelegt. Schon ab Mitternacht haben Streikposten in Barcelona den Ausstand ausgerufen und gegen Arbeitswillige durchgesetzt. Die Polizei nahm in Portugal und Spanien wahrscheinlich insgesamt mehrere hundert Menschen fest und verletzte zahlreiche. Die staatlichen Ordnungskräfte stießen dabei auf erbitterten Widerstand und es gibt Meldungen von abgebrannten Polizeiautos und auch verletzten Polizisten.
In Griechenland haben die Gewerkschaften und politische Gruppen den international organisierten Tag weitgehend ignoriert. In Frankreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern haben kleine Streiks und Aktionen mit unterschiedlichem Erfolg stattgefunden. So demonstrierten in der deutschen Hauptstadt ca. zweitausend Menschen durch das Regierungsviertel ohne dass es zu nennenswerten Vorkommnissen kam. Detaillierte Auswertungen zum N14-Aktionstag werden wir hier dokumentieren.

Streik-Zeitung geht online

Streik-Zeitung 17. NovemberNach und nach werden hier auf dieser Seite die Inhalte der Streik-Zeitung online veröffentlicht. Die Zeitung reiht sich ein in die aktuellen sozialen Kämpfe, die in Folge der Krise auch irgendwann hier aufflammen müssen.
Je eher, desto besser!

Köln: Kampfaktion belgischer Arbeiter_innen

Ford Politstreik Wie diversen Medien zu entnehmen, haben Arbeiter_innen eines belgischen Ford-Werks bei einem Solidaritäts-Besuch im Kölner Ford-Werk gleichzeitig die Sitzung des Europäischen Gesamtbetriebsrats von Ford gesprengt. Mit Pyrotechnik, brennenden Reifen und anscheinend auch Glasbruch haben sie ihren Widerstand gegen Entlassungen zum Ausdruck gebracht. Die Polizei und Werkseigene Repressionsorgane antworteten promt mit Gewalt: sie nahmen zahlreiche Arbeiter_innen fest und überhäufen sie jetzt mit Anzeigen wegen diversen Gesetzesverstöße. Bilder der Lokalzeitung, die in die Hetze gegen eigenverantwortliche Arbeiter mit einsteigt, zeigen die „Gewalttäter“: http://www.rundschau-online.de/koeln,15185496,20812882.html
Unterstützt dieses wichtige Zeichen für einen gemeinsamen grenzenlosen Kampf gegen die Standortlogik!

Anlässlich dieses Vorkommnisses wurde auf Indymedia ein Text der Streik-Zeitung zum 14. und 17. November vor-veröffentlicht. Der Text schneidet die Geschichte militanter Arbeits-Kämpfe an, die zu großen Stücken auch in Köln geschrieben wurde, als wilde Streiks türkischer Arbeiter ausbrachen.
Die Zeitung wurde von einem Redaktionskollektiv als offene Massenmitmachzeitung (Einladung: http://de.indymedia.org/2012/09/335510.shtml) organisiert und hat eine Auflage von 20.000 Exemplaren.
Hier der Link zum Text: http://de.indymedia.org/2012/11/337456.shtml